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Ausgangssituation
In Berlin gibt es eine Vielzahl von Präventionsaktivitäten, deren Akteure mit unterschiedlichen Zielgruppen, Konzepten und organisatorischen Anbindungen (Senatsverwaltungen, Bezirksverwaltungen, Polizei, Schulen, freie Träger der Jugendhilfe etc.) auf Landesebene und auf Ebene der Bezirke und Sozialräume arbeiten. Erfolgreiche Prävention erfordert die Vernetzung mit anderen Akteuren und setzt die Information und Kenntnis über andere aktuelle Tendenzen bzw. geplante Aktivitäten in der Präventionsarbeit voraus. Insbesondere regional tätige Präventionsakteure, aber auch landesweit aktive Organisationen, Verwaltungen und Träger benötigen ständig systematisch aufbereitete Informationen.
Aktuelle Informationen werden auf regionaler und lokaler Ebene vielfältig ausgetauscht - woran es in Berlin bisher jedoch fehlte, ist eine regelmäßige Informationsplattform, auf der aktuelle Tendenzen, Ereignisse, Themen und geplante Aktivitäten aus dem Bereich der Kinder- und Jugenddelinquenzprävention in einer technisch leicht zugänglichen Form aktualisiert aufbereitet für alle Interessierten zur Verfügung gestellt werden.
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Projektskizze Newsletter
Um dieses strukturelle Informationsdefizit zu beseitigen, hat die Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei mit Hilfe einer Finanzierung von Seiten der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung die UMSICHTEN, einen Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz etabliert, über den alle interessierten Einrichtungen, Träger und Institutionen regelmäßig mit aktuellen Nachrichten und Informationen aus dem Bereich der Kinder- und Jugenddelinquenzprävention versorgt werden. Der Newsletter soll über die Informationsvermittlung hinaus der weiteren Vernetzung der Akteure im Bereich der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz dienen. Akteure der Delinquenzprävention sind nach unserem Verständnis diejenigen Berufsgruppen und Institutionen aus den Bereichen Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz, die Projekte oder Strategien anbieten, die in erster Linie auf die Vermeidung bzw. Verminderung von Kriminalität bzw. Delinquenz ausgerichtet sind.
Die Inhalte des Newsletters orientieren sich an der unmittelbaren Bedeutung, die sie für Präventionsakteure im Land Berlin bzw. in den einzelnen Bezirken haben. Die wichtigsten Inhalte sind:
- Mitteilungen über und Hinweise auf aktuelle Präventionsmaßnahmen, insbesondere solcher, die zur Nachahmung geeignet sind (Konzepte, Programme, Veranstaltungen etc.);
- Hinweise auf Akteure im Bereich der Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz;
- Hinweise auf Dokumentationen und Publikationen;
- Einschätzungen der Wirkungsweise von Präventionsmaßnahmen;
- Hinweise auf Fördermöglichkeiten;
- Veranstaltungstipps, v.a. Hinweise auf Fortbildungen und Fachtagungen.
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Ziele
Die Entwicklung und Verbreitung von "UMSICHTEN - Berliner Newsletter zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz" verfolgt mehrere Ziele. Die wichtigsten sind:
- Versorgung der Präventionsakteure mit aktuellen Informationen über Kinder- und Jugenddelinquenzprävention;
- Förderung der Kommunikation und Vernetzung von Präventionsakteuren untereinander;
- Anregung zur Adaption erfolgreicher oder Erfolg versprechender Präventions-Maßnahmen;
- Kostenspareffekt für Dienststellen, Einrichtungen und Träger, da die UMSICHTEN von allen interessierten Akteuren kostenfrei abgerufen werden können und keine zeit- und personalaufwändigen Eigenrecherchen mehr notwendig sind;
- Schaffung von Synergieeffekten durch eine Rundumsicht - eben UMSICHTEN.
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Zum Gegenstand - Begriffsbestimmungen
- Kind im strafrechtlichen Sinn ist nach dem Jugendgerichtsgesetz (JGG), wer noch nicht 14 Jahre alt ist (§1 Abs. 2 JGG).
- Jugendlicher ist, wer vierzehn, aber noch nicht achtzehn Jahre alt ist (ebd.).
- Heranwachsender ist, wer achtzehn, aber noch nicht einundzwanzig Jahre alt ist (ebd.).
- Devianz bezeichnet abweichendes Verhalten im weitesten Sinne, z.B. Straffälligkeit, Verwahrlosung, Suchtprobleme, Obdachlosigkeit.
- Als Delinquenz bezeichnet man - vorwiegend jugendliche - Verstöße gegen Strafrechtsnormen, ohne dass eine ordnungs- oder strafrechtliche Reaktion erfolgt sein muss.
- Jugendkriminalität erfasst strafrechtsrelevantes Verhalten von strafmündigen Jugendlichen und Heranwachsenden mit ordnungs- oder strafrechtlicher Konsequenz.
Diese Begriffe werden in der Alltagssprache oft nicht genau voneinander abgegrenzt, deshalb ist Sorgfalt geboten.
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Jugenddelinquenz – ein weit verbreitetes Phänomen
Das "Austesten" von Grenzen und Folgen von Grenzüberschreitungen sowie das Ausreizen eigener Handlungsspielräume sind in der Adoleszenz erforderlich. Junge Menschen befinden sich in dieser Zeit in einer physischen und psychischen Umbruchphase. Eine eigene Identität wird entwickelt und die Rolle in der Gesellschaft gesucht. Dazu gehört, dass vorgegebene Normen und Werte, gesellschaftliche Bedingungen sowie Erwachsene und deren Handeln in Frage gestellt werden, dass anders gedacht wird und auch andere Maßstäbe gelten. Eigenes Handeln wird ausprobiert. Dies geschieht oft im Gruppenzusammenhang. Werte der Gleichaltrigen (Peers) haben dabei in der Regel mehr Bedeutung als die der Erwachsenen im sozialen Umfeld.
Delinquentes Verhalten junger Menschen ist deshalb in keinem Falle von vornherein als Beweis einer fehlgelaufenen Entwicklung oder einer beginnenden kriminellen Karriere zu werten. In der Fachliteratur und unter Praktikern/-innen geht man seit langem davon aus, dass delinquentes Verhalten im Jugendalter ein überall verbreitetes Phänomen darstellt und in dieser Lebensphase normal ist. Delinquenz hängt mit der Entwicklung zusammen und gibt sich meistens von selbst wieder (Spontanbewährung). Aus diesen Gründen gibt es zusätzlich zum allgemeinen Strafgesetzbuch (StGB) ein spezielles Jugendgerichtsgesetz (JGG), das die Reaktion auf Straftaten Jugendlicher und Heranwachsender regelt. Dabei wird der Grundgedanke der Erziehung verfolgt, auch wenn das JGG ein Strafgesetz ist.
Auch wenn sich der Titel dieses Newsletters auf Delinquenz von Kindern und Jugendlichen bezieht, sind hier auch Heranwachsende gemeint. Die Delinquenz, um die es im Newsletter geht, ist aber als jugendtypisch zu bezeichnen.
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